„Beton ist einzigartig“

Als Geschäftsführer der MELIUS Baustofftechnik GmbH (Baustofflabor der Firma ELSKES) arbeitet Guido Hübener in erster Reihe daran mit, dass Wohn- und Bürogebäude, Brücken, Tunnel und vieles mehr in Zukunft noch klimafreundlicher erbaut werden können.

Warum sind Kies, Sand und letztlich Beton für unsere Gesellschaft wichtig?

Guido Hübener Beton ist überall. Wir brauchen ihn, um nur einige Beispiele zu nennen, für den Wohnungsbau, Bürogebäude, Brücken, Tunnel, Klär- und Abwasseranlagen, Stadien. Und ohne Sand und Kies gibt es keinen Beton, denn sie machen rund 75 % der fertigen Mischung aus. Der Rest sind Zement, Wasser, Zusatzstoffe und Zusatzmittel, wobei der Zement als Kleber fungiert.
Aber Sand ist auch in vielen alltäglichen Gegenständen enthalten. Chemisch gesehen besteht Sand vorwiegend aus Siliziumdioxid (SiO2). Diese Verbindung aus Silizium und Sauerstoff ist auch ein bedeutender Rohstoff für die Glas- und Elektronikindustrie.

Welche besonderen Eigenschaften hat Beton?

GH Beton ist einzigartig. Er erfüllt die optischen, statischen und baustofflichen Anforderungen und seine Eigenschaften sind ideal auf den Gebieten Brand-, Schall-, Feuchte- und Wärmeschutz. Außerdem ist er frei formbar wie kein anderer Baustoff und somit besonders gestalterisch nutzbar. Beton hat also auch ästhetisch einiges zu bieten.
Ein absoluter Vorteil ist zudem die lange Nutzungsdauer von Beton im Vergleich zu anderen Baustoffen. Nichts kommt an die Dauerhaftigkeit von Stahlbeton heran. Wir liegen da bei mindestens 50 Jahren. Und wenn man bedenkt, dass die Kuppel des Pantheons in Rom aus Beton erbaut wurde und um die 2000 Jahre alt ist – das ist mit anderen Baustoffen nicht zu machen, nicht einmal mit den besten Schutzmitteln.

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Beton – ist das miteinander vereinbar?

GH Wir als Gesellschaft sind dafür verantwortlich, dass der Bedarf an Infrastruktur, Wohn- und Bürogebäuden steigt. Aber Recycling und Nachhaltigkeit sind für uns keine neuen Themen. Schon seit weit mehr als 20 Jahren produzieren wir für unsere Kunden Betone mit klinkerarmen Zementen, sogenannte Hochofenzemente. Sie machen rund 70 % unserer Gesamtproduktion aus. Außerdem achten wir darauf, die Rohstoffe gezielter einzusetzen.
Immer häufiger wird auch schlanker gebaut. Das bedeutet, dass unter Berücksichtigung der Statik insgesamt weniger Beton verwendet werden muss.
Ressourcenschonung ist also bereits fester Bestandteil unserer Arbeit. Seit Jahrzehnten nutzen und recyceln wir Übriggebliebenes. Restbeton kommt zu uns zurück und kann zu 100 % recycelt werden, indem die Gesteinskörnung in entsprechenden Anlagen vom Zementleim getrennt und erneut der Produktion im normativ zulässigen Rahmen zugeführt wird.

Auch das Wasser wird in Sammelbecken aufgefangen. Das Wasser der Recyclinganlage und das auf dem Werksgelände anfallende Reinigungs- und Regenwasser wird für die Betonherstellung verwendet.  So sparen wir durch dieses genormte Verfahren heute schon mehr als 70 % Frischwasser ein.

Wie stellen Sie sicher, dass Sie eine immer gleichbleibende und gute Qualität liefern?

GH Sehr gute Qualität ist uns besonders wichtig und um diese zu erreichen, setzen wir stets auf die neueste Technik und verwenden nur ausgesuchte Ausgangsstoffe. Hinzu kommt eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung und -sicherung durch unser zentrales Baustofflabor. Außerdem müssen wir unsere Produkte, uns und unsere Arbeit durch externe Prüfer*innen in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen. Wir freuen uns deshalb auch besonders, dass seit 2020 alle ELSKES Standorte die CSC-Zertifizierung in Gold für nachhaltiges Wirtschaften erhalten haben.

Wie ist das für Sie persönlich, wenn Sie durch NRW fahren und Bauprojekte sehen, die mit Ihrem Beton errichtet wurden?

GH Es macht mich immer wieder sehr stolz, wenn ich Bauwerke sehe, die in Teamarbeit mit ELSKES Beton gefertigt wurden. Besonders gerne denke ich aber an das Jahrhundertprojekt, den Umbau des Emscherkanals zurück. Für dieses Projekt, bei dem in der Region komplett neue unterirdische geschlossene Kanäle erbaut wurden, kam unter anderem ein von uns entwickelter Spezialbeton mit einem sehr hohen Säurewiderstand zum Einsatz. Die Nutzungsdauer ist auf mindestens 100 Jahre ausgelegt. Spannend finde ich außerdem das Projekt „The Cradle“ in Düsseldorf. Hier wird unter anderem mit unserem klimafreundlichen Recyclingbeton ein nachhaltiges Bürogebäude in Hybridbauweise errichtet. Das zeigt einfach, der Nutzung von Beton sind keine Grenzen gesetzt.

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