Hochwasser­schutz

Wir machen unsere Deiche und Flussläufe sicher, damit das Wohnen und Leben am Wasser sicher ist

Unsere Verantwortung

Durch unsere Arbeit gestalten wir Lebensräume und prägen das harmonische Zusammenleben von Flora, Fauna und uns Menschen in den Flussgebieten.

Wie Hochwasserschutz
funktioniert

Warum ist Hochwasserschutz besonders am Niederrhein so wichtig?

Insbesondere die in den vergangenen 150 Jahren stattgefundene Industrialisierung und das Bevölkerungswachstum mit steigender Besiedlungsdichte sorgten für eine großflächige Versiegelung der ehemals offenen Landschaft und Verringerung der natürlichen Regenwasserversickerung. Der oberflächliche Abfluss von Regenwasser nimmt auch heute noch zu. Durch Bach- und Flussbegradigungen vergangener Zeiten, gelangt dieses Wasser umso schneller über die Nebenflüsse in den Rhein und führt dort zu raschem Anstieg der Flusspegel.

Gleichzeitig wurden die natürlichen Überschwemmungsgebiete von Bächen und Flüssen durch Eindeichung und Inanspruchnahme der ehemaligen Überflutungsbereiche reduziert. Flussbegradigungen und schiffbarer Ausbau von Fließgewässern verringern das Wasserrückhaltevermögen zusätzlich. Dies führt, insbesondere vor dem Hintergrund klimatisch bedingter, zunehmender Starkregenereignisse zu tendenziell höheren Pegelständen.

Deshalb kommt dem Hochwasserschutz, nämlich der Ertüchtigung der Hochwasserschutzdeiche, aber auch den vorbeugenden Maßnahmen wie der Rückgewinnung früherer Überschwemmungsgebiete durch Deichrückverlegungen und der Schaffung von zusätzlichem „Wasseraufnahmevermögen“ im Rheinvorland durch Geländetieferlegung eine hohe Bedeutung zu. Dies dient letztendlich dem Schutz der hinter den Deichen lebenden Menschen und deren Werte vor Überflutung und Zerstörung.

Welche Maßnahmen zum Hochwasserschutz setzt Hülskens ein?

Wir von Hülskens sanieren, modernisieren und verlegen Deiche. Durch Auskiesung errichten wir Überlaufflächen, in die sich Gewässer ausbreiten können und die im Hochwasserfall Wasser aufnehmen. Mithilfe von Flutmulden entlasten wir Flussläufe und sichern Städte und Gemeinden in Flussnähe.

Wie unterstützen Schafe beim Thema Hochwasserschutz?

Mit ihrem ganz speziellen Gebiss halten die Schafe das Gras auf den Deichen ganz kurz. Die Pflanzen reagieren darauf, indem sie größere Wurzeln bilden und sich noch fester im Boden verankern. Auch der Klauentritt der Tiere festigt die Grasnarbe. Gleichzeitig werden Mauselöcher und Maulwurfsgänge zugetreten. All das stabilisiert die Deiche, weil Wind und Wasser kaum noch Boden abtragen können. Außerdem sorgen die Schafe dafür, dass schwere Mähfahrzeuge auf den Deichen unnötig werden und so die Deiche mit ihrem Gewicht nicht belasten.

Aktiv im Hochwasserschutz

Lippe-Mündungsraum

Natürlich mehr Hochwasserschutz

Die Lippe bei Wesel wurde in den vergangenen Jahrhunderten kanalisiert und so ihres natürlichen Bettes beraubt.

Vorbeugender Hochwasserschutz

Was seinerzeit sinnvoll erschien, entpuppte sich zunehmend als Problem. Durch die höhere Fließgeschwindigkeit grub sich die Lippe immer tiefer in die Landschaft ein. Das änderte sich mit der Neugestaltung des Lippe-Mündungsraumes durch Hülskens grundlegend. Heute kann sich das Gewässer sein Flussbett innerhalb des Mündungsgebietes je nach Wasserstand wieder frei wählen. Damit spielt das rund 130 Hektar große Areal eine wichtige Rolle im vorbeugenden Hochwasserschutz. Die tiefergelegten Flächen schaffen als natürliche Überlaufbecken Platz für etwa 3,9 Millionen Kubikmeter Wasser und erhöhen damit die Sicherheit der Rheinanlieger. Seit seiner Vollendung im Jahr 2011 wurde der Lippe-Mündungsraum bereits von mehreren Hochwassern überschwemmt, wodurch er sich vorübergehend in eine riesige Seenplatte verwandelte.

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Flutrinne Niedermörmter/Rees

Bypass gegen zu hohen Wasserdruck

Die Stadt Rees am Niederrhein ist bei Hochwasser besonders gefährdet, denn sie liegt genau in einer scharfen Flussbiegung des Rheins.

Abkürzung fürs Hochwasser

Bei Hochwasser drücken enorme Wassermassen gegen die Schutzmauern der Stadt. Um Rees und seine Bewohner besser zu schützen, begann 2009 der Bau einer drei Kilometer langen Flutmulde. Sie liegt in Reeserschanz, direkt gegenüber von Rees, und funktioniert bei Hochwasser wie ein Bypass. Das Hochwasser nimmt praktisch eine Abkürzung und verbindet sich erst hinter der Stadt wieder mit dem Flussbett. Der Druck auf die Schutzmauern von Rees wird dadurch deutlich verringert. Als einer der Projektbeteiligten übernahm Hülskens Wasserbau die Verwertung der anfallenden Bodenmassen in der ehemaligen Auskiesung Reeser Eyland. Insgesamt wurde dort über 1,1 Millionen Kubikmeter Boden aus der Flutmulde wiederverwertet.

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