„Schafe machen Landschaftspflege“

Für Hülskens bewirtschaftet Berufsschäfer und Wanderschäfer Maik Dünow mit seinen Schafen Naturschutzflächen und renaturierte Flächen. Warum Schafe wichtig für die Bewirtschaftung sind, erzählt er im Interview.

Was macht die Arbeit eines Schäfers am Niederrhein aus?

Maik Dünow Ich bin Berufsschäfer, Wanderschäfer, und bewirtschafte mit meinen Schafen für die Firma Hülskens Naturschutzflächen und renaturierte Flächen. Der Niederrhein ist geprägt von Schafbeweidung. Schafe gehören zum Niederrhein. Wir machen Landschaftspflege. Als Schäfer kenne ich nichts anderes. Schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden macht der Hirte Landschaftspflege. Unsere heutige Kulturlandschaft ist zum größten Teil durch Schafe entstanden.

Sie sind Schäfer mit Leib und Seele. Was begeistert Sie an Ihrem Beruf?

MD Auf alle Fälle bin ich als Schäfer schon mal naturverbunden. Also quasi ein Naturschützer. Und natürlich auch ein Beschützer meiner Schafe. Ich liebe Schafe, habe mich den Schafen verschrieben und alles in meinem Leben dreht sich quasi um Schafe. Leidenschaft und Herz – das ist das Mitbringsel eines Schäfers. Ohne Herz funktioniert gar nichts. Die Liebe zum Schaf – sonst geht gar nichts. Alles andere kommt von selber.

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der Firma Hülskens aus?

MD Die Flächen, die ausgegraben werden, die beweiden wir vorher, damit sie abgetragen werden können und wir beweiden auch danach. Wir stellen sozusagen wieder Natur her. Wir vernetzen Biotope mit unseren Schafen und das ist ganz wichtig für die renaturierten Flächen. Ob das der Lippe-Mündungsraum ist, die Walsumer Rheinaue – das alles ist mal ausgekiest gewesen und heute die schönste Natur.

Welche Rolle spielen Sie und Ihre Schafe genau?

MD Wenn zum Beispiel eine renaturierte Fläche wiederbelebt werden soll, dann kommen wir ins Spiel, weil unsere Schafe quasi wie ein Samentaxi funktionieren. Unsere Schafe tragen den Samen von A nach B. Wir beweiden mehrere Flächen, tragen den Samen vom Naturschutzgebiet wieder in die renaturierten Flächen. Unsere Schafe treten den Boden fest, schaffen Trittstellen, wo später wieder Bodenbrüter brüten können. Wir treten den Deich fest und wir düngen den Deich. Je sicherer wir den Deich machen, desto sicherer sind auch die Leute, die hinter dem Deich wohnen. Die Natur muss zusammenspielen und keiner kann’s so gut wie ein Schaf.

 

Sehen Sie hier Schäfer Maik Dünow und seine Schafe bei der Arbeit: